2. Spieltag (Sonntag, 21.08.2016, 15:00 Uhr): SG Meudt/Elbingen-Hahn/Berod - VfB Niederdreisbach

 3:0 VfBLogo50x50


Dezimierter Kader muss sich Meudt beugen

Zum siebten Mal in Folge hat die SG Meudt/Elbingen-Hahn/Berod gegen den VfB Niederdreisbach gewonnen. Auf dem Rasenplatz von Berod setzte sich die Waßmann-Elf mit 3:0 (2:0) durch und verbesserte sich somit auf den dritten Tabellenplatz, während Niederdreisbach vor dem Spiel gegen Aufsteiger Herschbach auf den Relegationsplatz zurückfiel.
Insgesamt verkaufte sich die Mannschaft von Christian Hensel gerade in Anbetracht der zahlreichen Ausfälle allerdings teuer. Trotz des Fehlens von so arrivierten Kräften wie Heiko Schnell, Konstantin Knautz, Patrick Kober und Christian Hüsch gab es für die Gäste durchaus Möglichkeiten. Bereits nach fünf Minuten gab es die erste VfB-Chance, als Sandro Josten allerdings am Meudter Torwart scheiterte. Die Führung der Gastgeber fiel dann in der 21. Minute durch einen Sonntagsschuss. Noch vor der Pause konnte Meudt dann erhöhen. Nachdem Stefan Lenz die Chance zum Ausgleich hatte, entstand der Treffer zum 2:0 durch einen Konter.
Auch in der zweiten Halbzeit war Meudt nach einem Konter erfolgreich, der den Endstand einbrachte. Zuvor hatte der VfB Niederdreisbach allerdings viel Pech: Nach Wiederanpfiff war man am Drücker gewesen, traf unter anderem dreimal Aluminium und hatte fünf Chancen in zehn Minuten (Hensel, Max Ermert, Kuci, Josten, Stefan Ermert). Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings, dass Meudt durchaus auch noch Gelegenheit hatte, das Resultat sogar noch zu erhöhen. Tim Schumacher im VfB-Tor verhinderte aber durch zwei starke Aktionen weitere Gegentore.
Wichtig wird nun sein, sich nach dem späten Ausgleich gegen Lautzert und der Niederlage gegen Meudt nicht unterkriegen zu lassen. Die Mannschaft muss sich dessen bewusst sein, dass sie stärker ist, als die Ergebnisse es erscheinen lassen. Trainer Christian Hensel formuliert sein Resümee so: "Mit ein wenig Glück, was man leider nicht hatte, kann man hier sogar einen Punkt mitnehmen. Man war hier keine drei Tore schlechter - und mit der dünnen Personaldecke war das in Ordnung. Das Ergebnis ist jetzt so, wie es ist. Mund abputzen und am Freitag zu Hause mit den eigenen Fans im Rücken Herschbach schlagen!"

Aufstellung des VfB: Schumacher, Si. Lenz, M. Ermert, Meyer, A. Lenz, St. Ermert, St. Lenz, Josten, Hensel, Kuci, Grimm (46. Höfer)


Vorbericht

Vorberichte vor Spielen gegen die SG Meudt/Elbingen-Hahn/Berod gleichen sich seit geraumer Zeit. Jedes Mal muss auf die andauernde Negativserie mit in der Regel hohen Niederlagen hingewiesen werden; der einzige Unterschied von Spiel zu Spiel ist eben, dass eine weitere Pleite hinzugekommen ist. Mittlerweile sind wir bei sechs angekommen, und die Ergebnisse dürften dem einen oder anderen Anhänger des VfB Niederdreisbach Tränen in die Augen treiben: 1:2, 3:7, 0:5, 0:3, 0:4, 1:4. Bei einem Torverhältnis von 5:25 in den letzten sechs Spielen kann man getrost von einem Angstgegner sprechen. Bereits ein Punktgewinn auf dem Rasenplatz von Berod bei Wallmerod müsste eindeutig als Erfolg verbucht werden.
Beim letzten Aufeinandertreffen am Ostermontag dieses Jahres war in Meudt nichts zu holen. Zwar konnte Konstantin Knautz den VfB bei Heiko Schnells Debüt als Spielertrainer in Führung bringen, indem er Tom Rötters genialen Freistoß ins Tor ablenkte, doch Ausfälle in der Defensive und eine chaotische Wintervorbereitung rund um den plötzlichen Trainerwechsel führten dazu, dass die Grün-Weißen letztlich chancenlos waren. Bei insbesondere in der ersten Halbzeit eisigen Temperaturen fanden die Meudter um den starken Lukas Blech immer wieder Lücken in der VfB-Abwehr und drehten das Spiel innerhalb von zehn Minuten durch einen Doppelschlag von Marco Lauf. Das Endergebnis von 4:1 war schlussendlich nicht unverdient.
Umso erstaunlicher ist es, dass Meudt am Ende der Saison bis zum Niederroßbacher Ausgleich in Niederdreisbach in der Nachspielzeit des letzten Spieltags virtuell auf dem Relegationsplatz stand und in der Endabrechnung nur einen Punkt mehr erzielte als der VfB. Dass die SG Potenzial für viel mehr hat, zeigt die Formulierung des Saisonziels. In Tempo, Tore, Titeljagd hieß es, dass in der Saison 2016/2017 „Platz 5 bis 8“ herausspringen soll. Diese Vorgabe ist keinesfalls vermessen, denn der ohnehin gute und eingespielte Kader ist mit vier Spielern aus dem Westerwaldkreis verstärkt worden: Dominik Laux aus Wirges, Tim Leukel aus Langenhahn, Manuel Mittler aus Herschbach und Max Stähler aus Montabaur. Wie hoch die Konstanz im Team von Stefan Waßmann ist, zeigt ein Blick auf die Meudter Torschützen in den sechs oben angesprochenen Niederlagen. Zehn der dreizehn stehen auch in der neuen Spielzeit im Kader; diese sind für 21 der 25 Tore gegen Niederdreisbach verantwortlich. Insbesondere Turhan Baylan und Lukas Blech zeigten sich mit fünf bzw. vier Toren gegen den VfB in den letzten drei Saisons treffsicher.
Nach der Analyse der Horrorbilanz gegen die SG Meudt würden in einem üblichen Vorbericht nun Argumente folgen, die eine Trendwende für möglich erscheinen lassen. Zum Beispiel könnte angeführt werden, dass unser Gegner erst am Mittwoch in Kirchen sein Saisondebüt gab und somit eine geringere Verschnaufpause hatte als die Elf von Christian Hensel. Allerdings ist ein 1:1 gegen Alsdorf ein mehr als respektables Ergebnis und zeugt von der Klasse der Rot-Weißen. Außerdem hat sich die Personalsituation beim VfB leider arg zugespitzt. Gleich acht Akteure, darunter Führungsspieler, stehen für Sonntag nicht zur Verfügung. Der Ausfall von Kapitän Simon Lenz, Patrick Kober, Konstantin Knautz, , Heiko Schnell, Simon Hempel, Mats Volk und Sascha Wirfs stand schon vorher fest. Beim Training am Donnerstag verletzte sich dann noch Tom Rötter, der sich in blendender Form befand und dessen Freistöße die Führung Ende März in Meudt und letztes Wochenende gegen Lautzert einleiteten. „Der Junge war so gut drauf!“, hadert Spielertrainer Christian Hensel. Zudem sind Christian Hüsch und auch weiterhin Hensel selbst angeschlagen. Glücklicherweise kehrt immerhin der routinierte Andreas Lenz, diese Saison eher als Stand-by-Spieler eingeplant, zurück in den Kader. Um Hensel Wechselmöglichkeiten zu bieten, wird zudem unser 2. Geschäftsführer Steffen Trapp noch einmal die Fußballschuhe aus dem Schrank holen. Trapp hat das letzte seiner über einhundert Pflichtspiele für eigenständige VfB-Teams vor zwei Jahren absolviert; von ihm kann nicht erwartet werden, dass er die Lücken der fehlenden Spieler schließt. In Anbetracht der jüngeren Bilanz gegen Meudt und der fehlenden, „nicht zu kompensierenden“ Spieler, weiß auch Trainer Christian Hensel, dass Meudt „am Sonntag klarer Favorit“ ist. Hensel betont aber auf der anderen Seite, dass er „die fehlenden Jungs nicht als Entschuldigung nehmen“ möchte, und „man trotzdem mit 14 oder 15 Spielern dahinfährt, um etwas zu holen“. Vielleicht kann sich die Rumpftruppe des VfB Niederdreisbach am 2. Spieltag ja tatsächlich ein Wunder erarbeiten und der Negativserie keine weitere Niederlage hinzufügen.

Eröffnet wird der Spieltag am Freitagabend in Wallmenroth. Nach dem 5:0-Sieg der heimischen SG (1., 3 Punkte) in Almersbach wird Alpenrod (4., 1 Punkt) mit einer gehörigen Portion Angst anreisen, auch wenn dem Team von Marco Schnell an gleicher Stelle letztes Jahr ein Überraschungserfolg gelang.
Am Samstag startet auch Niederfischbach in die Meisterschaft. Beim traditionellen Heimspiel zur Kirmes erwartet der neue Adlercoach Marco John gleich bei der Premiere sein letztes Team, die SG Herdorf (2., 3 Punkte). Es ist die vielleicht interessanteste Konstellation des Spieltags.
Alle anderen fünf Begegnungen finden dann am Sonntag um 15 Uhr statt. Ein Lokalderby zwischen einem Ab- und einen Aufsteiger gibt es bei der Partie Berod/Wahlrod (13., 0 Punkte) und Almersbach (14., 0 Punkte). Letztmals gab es ein ähnliches Duell 2010, wobei der SSV damals noch Teil der SG Altenkirchen/Almersbach-Fluterschen war. Nach dem vermasselten Saisonauftakt mit Niederlagen in Liga und Kreispokal – für Almersbach zusätzlich noch im Rheinlandpokal – stehen beide Mannschaften schon etwas unter Druck.
Lautzert (6., 1 Punkte) empfängt nach dem Unentschieden in Niederdreisbach unseren Nachbarn aus Daaden, der seinen Saisoneinstand gibt. In den beiden verbleibenden Partien reisen Teams aus dem Kreis Altenkirchen als Favoriten zu Gegnern aus dem Westerwaldkreis. In Salz hofft Alsdorf (6., 1 Punkt) gegen Herschbach (12., 0 Punkte) auf den ersten Dreier. Der SSV Weyerbusch (3., 3 Punkte) möchte sein Punktekonto beim SV Stockum-Püschen (4., 1 Punkt) auf sechs Punkte erhöhen.

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