14. Spieltag (Sonntag, 08.11.15, 14:30 Uhr): TuS Viktoria 09 Honigsessen - VfB Niederdreisbach

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Auch wenn die große Sensation verpasst wurde: Der VfB Niederdreisbach kann durchaus stolz auf seine Leistung beim Herbstmeister Niederroßbach sein.  Als einzige Mannschaft neben dem aktuellen Tabellenzweiten Wallmenroth ist es dem VfB gelungen, ein Tor bei der SG Hoher Westerwald zu erzielen. Zwar kam Heiko Schnells Anschlusstreffer zum 1:3 etwas zu spät, doch verdient war er allemal, denn schon vorher hatte sich die Platte-Elf einige gute Chancen herausgespielt. Dass der VfB insbesondere in der zweiten Halbzeit guten Fußball zeigte, blieb auch den Beobachtern auf Niederroßbacher Seite nicht verborgen. Im Spielbericht auf der facebook-Präsenz der SG HWW heißt es in Bezug auf die zweite Halbzeit: „Der VfB war besser im Spiel und kam zu guten Chancen, die allerdings von Torwart Schalles entschärft wurden.“ Tatsächlich hat Niederdreisbach von allen Teams, die in der Hinrunde nach Niederroßbach gereist sind, das beste Ergebnis abgeliefert.
Darauf lässt sich für die an diesem Wochenende startende Rückrunde aufbauen. Insgesamt steht der VfB nach der ersten Saisonhälfte recht gut da, obwohl sogar noch ein Nachholspiel gegen den Vorletzten aus Westernohe ansteht, in dem man auf Punkte hoffen kann. Mit 14 Punkten aus 12 Spielen stehen die Grün-Weißen auf Platz 9 der Tabelle und haben sich dabei fünf Zähler Vorsprung auf den ersten sicheren Abstiegsplatz erarbeitet. Auf Relegationsplatz 12, den momentan Aufsteiger Stockum-Püschen innehat, beträgt der Puffer allerdings nur zwei Zähler. Am Rande sei bemerkt, dass nach heutigem Stand der Zwöfte der A-Klasse und die beiden Vizemeister der B-Klassestaffeln (aktuell Steineroth und Langenhahn) sich in der Relegation um nur einen Platz streiten würden, weil Berod-Wahlrod aus der Bezirksliga in die Kreisliga A WW/Sieg absteigen würde. Auch der letztjährige A-Liga-Meister Hamm steckt noch in akuter Abstiegsgefahr. Falls es sowohl Berod-Wahlrod als auch Hamm erwischen würde, entfiele die Relegation komplett und auch der zwölfte Platz in der Kreisliga A würde den direkten Abstieg bedeuten. Insofern wäre es umso wichtiger, mindestens den elften Platz aus dem Vorjahr zu wiederholen.
Beim Auftritt in Honigsessen im Rahmen des 14. Spieltags wäre ein großer Schritt in Richtung dieses Ziels möglich. Vom Papier her ist die Aufgabe beim TuS Viktoria neben zwei Spielen gegen Westernohe eine der noch fünf verbleibenden in diesem Kalenderjahr, die auf den ersten Blick leicht erscheinen. Nach dem Wiederaufstieg liegt Honigsessen schon recht abgeschlagen am Ende der Tabelle: zu lediglich fünf Zählern hat es in der Hinrunde gereicht. Wenn diese Bilanz nicht gesteigert werden kann, steht der TuS schon ganz bald als erster Absteiger fest. Nicht zuletzt wegen des Abgangs von Torhüter Wagner während der Sommerpause hat Honigsessen die mit Abstand schwächste Defensive der Liga. 52 Gegentore – 14 mehr als der nächstschwächste Westernohe – bedeuten im Schnitt exakt vier pro Spiel. Dass dies kein Wert ist, mit dem man an einen Klassenerhalt denken kann, ist offensichtlich. Die Offensivleistung lässt sich mit 21 Toren hingegen sehen: Gleich sechs Mannschaften (darunter der VfB mit seinen 20 Toren) trafen seltener. Dennoch wird sich keine Mannschaft so sehr die Winterpause herbeisehnen wie unser nächster Gegner. Der Grund für die deprimierende Punktausbeute einer Mannschaft, die eigentlich Potential hat, ist nämlich in erster Linie darin zu suchen, dass mehr als die Hälfte der Spieler aus der eigentlichen Stammelf ausfallen. Da dürften die fußballfreien Wochen nicht ungelegen kommen, um die fehlenden Akteure wieder an die Mannschaft heranzuführen.
Beim VfB könnten die personellen Voraussetzungen hingegen kaum besser sein. Abgesehen vom Langzeitausfall von Simon Haubrich, mit dem ohnehin vorerst nicht zu planen war, fehlten gegen Niederroßbach nur Marco Lenz und Patrick Kober. Letzterer dürfte nach seiner Grippe wieder in den Kader zurückkehren. In seinen beiden letzten Partien im VfB-Dress hat der frühere Kapitän drei Tore erzielt und seinen Wert unter Beweis gestellt. Sein Einsatz könnte also durchaus den Unterschied ausmachen. Unterschätzen darf der VfB die Honigsessener auf keinen Fall. Auf dem Uhlenberg tat sich die Mannschaft nämlich schon häufiger schwer. Das 6:5 im Aufstiegsjahr 2012 hätte mit etwas Pech auch anders ausgehen können, wie spätestens das 1:3 drei Monate später zeigte. Auch das 2:1 beim letzten Auftritt vor knapp zwei Jahren (Doppeltorschütze: Stefan Lenz) war eine enge Kiste. Zum Auftakt der aktuellen Saison kassierte Niederdreisbach leider eine bittere 1:2-Heimpleite gegen Aufsteiger. Damit ist der VfB die einzige Mannschaft überhaupt, die sich gegen Honigsessen eine Niederlage geleistet hat. Sonst haben nur noch Stockum-Püschen und Herdorf, jeweils mit einem 3:3, Punkte gegen das Team von Dennis Reder verloren. Jetzt gilt es, diese Tatsache vergessen zu machen. Die Bedingungen dafür sind, was den Zustand der beiden Kader betrifft, sicherlich nicht schlecht. Zudem hat Honigsessen zu Hause bisher jedes Spiel verloren. Diese Serie darf sich gern am Sonntag fortsetzen.

Der eine oder andere VfB-Fan könnte sich am 13. Spieltag neben dem Auftritt der eigenen Mannschaft noch ein oder sogar zwei weitere Spiele der Kreisliga A anschauen. Am Freitag kommt es nämlich zu einer Partie, die eine hohe Relevanz für die Niederdreisbacher Mannschaft hat, denn dann findet Lokal- und Aufsteigerduell zwischen Stockum-Püschen (12., 12 Punkte) und Alpenrod (10., 14 Punkte) statt. Egal wie dieses Spiel ausgeht, zieht eine der beiden Mannschaft zumindest bis Sonntag am VfB vorbei. Am Samstag steht dann ein wirkliches Spitzenspiel an. Die SG Niederroßbach (1., 35 Punkte) empfängt die SG Alsdorf (3., 26 Punkte). Schon beim 1:1 im Hinspiel hat die Cağlayan-Elf gezeigt, dass sie mit dem Topfavoriten mithalten kann. Sollte sie jetzt Mujakićs Jungs die erste Niederlage beibringen, könnte die Meisterschaft völlig unerwartet noch einmal spannend werden, weil Alsdorf später im Nachholspiel gegen Niederfischbach bis auf drei Punkte herankommen könnte. Eine Rolle für den VfB spielt dies indes nicht. Die Partie zwischen Wallmenroth (2., 27 Punkte) und Meudt (6., 18 Punkte) dürfte ähnlich unbedeutend für das Niederdreisbacher Schicksal sein. Wichtiger ist da schon das Spiel Herdorf (8. 17 Punkte) gegen Weyerbusch (5., 20 Punkte), weil der VfB bei günstigem Ausgang vor dem direkten Duell nächste Woche zur SG aus dem Hellertal aufschließen kann. Der Vorletzte Westernohe (13., 9 Punkte) sieht gegen Niederfischbach (4., 22 Punkte) wie der krasse Außenseiter aus, doch im Hinspiel gewann der Aufsteiger überraschend deutlich mit 3:0. Mit dem gleichen Ergebnis schlug Lautzert (7., 18 Punkte) am ersten Spieltag Daaden (11., 12 Punkte). Bei dieser Paarung wird unser JSG-Partner also auf Revanche aus sein.

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